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Leonz Eder, 1. Vizepräsident der FISU

Bildung – Sport – Kultur: Interview mit Leonz Eder

Die 9. FISU Studierenden-Weltmeisterschaft Beachvolleyball (WUBC) geht auf ihren Höhepunkt zu. Am heutigen Donnerstag werden die Teilnehmer für die Final- und Platzierungsspiele ermittelt. Als 1. Vizepräsident des Weltverbandes des Hochschulsports (FISU) besuchte Leonz Eder die Veranstaltung. In einem Interview spricht der Schweizer über die Rolle solcher Spitzensportveranstaltungen und seine persönlichen Einschätzungen zur Studi-WM.

Gefällt Ihnen die Veranstaltung?

Ja, sehr gut. Die ganze Wettkampfanlage ist top gemacht. Sie genügt höchsten Ansprüchen und ist hier im Olympiapark sehr gut eingebettet. Die Atmosphäre, wie ich es die ersten paar Stunden mitbekommen habe, ist ausgezeichnet.

Sind Sie persönlich Beachvolleyball Fan?

Ich habe sehr früh mit Volleyball begonnen und auch während meiner Studienzeit gespielt. Allerdings nicht Beachvolleyball. Mit gefällt diese Sportart sehr gut. Sie ist immer noch sehr jung, dynamisch, anspruchsvoll und auch optisch attraktiv. Die Zuschauer sind sehr nahe am Geschehen. Ich glaube, sie spricht viele junge Leute einfach an. Wesentlich mehr als Hallenvolleyball.

Neben den Studierenden-Weltmeisterschaften veranstaltet die FISU auch die Universiaden. Wann war Ihre erste Teilnahme einer solchen Veranstaltung?

1983! Ich war damals Assistent der Schweizer Delegation. Es war die Sommer-Universiade in Edmonton, Kanada. Wir hatten dort unter anderem auch eine Volleyball-Damen-Mannschaft dabei. Die Universiaden sind natürlich noch eine Dimension größer als Studierenden-Weltmeisterschaften. Seither habe ich keine Sommer-Universiade und ich glaube nur eine Winter-Universiade verpasst. Studierenden-Weltmeisterschaften haben wir alleine in der Schweiz neun oder zehn organisiert und ich habe auch viele Veranstaltungen besucht.

Was ist die Besonderheit solcher Wettkämpfe?

Ich glaube es ist eine Besonderheit der Studierenden-Wettkämpfe und auch der FISU insgesamt, dass hier Bildung, Sport und Kultur verbunden werden. Das ist das Konzept der FISU – und dieses wird hier in München auch vorbildlich umgesetzt. Ich denke, die positiven Rückmeldungen zeigen das Interesse der Studierenden, neben dem Sport, den sie auch auf hohem Niveau ausüben wollen, sich weiterzubilden und den kulturellen Austausch zu pflegen. Das macht auch den Reiz solcher Veranstaltungen aus.

Hat sich das im Vergleich zu Früher geändert?

Kultur war früher weniger stark im Fokus der Events. Es wurden auch früher Führungen und Besichtigungen organisiert, aber heute steht diese Trilogie im Fokus: Sport - Bildung - Kultur. Das ist für die FISU ganz wichtig. Wenn die Organisationskomitees sich bemühen, das Konzept umzusetzen, freut es uns und mich persönlich sehr.

Wie schätzen Sie das Niveau der Sportler ein? Sehen Sie zukünftige Olympiasieger?

Ich muss gestehen, ich bin erst seit wenigen Stunden hier und habe noch nicht so viele Spiele gesehen. Ich würde mir nicht anmaßen, ein kompetentes Urteil abzugeben. Aber wie bei früheren Studi-WMs, ist das Niveau doch sehr hoch. Auch gegenüber früheren Ausrichtungen.

Erzählen Sie!

Der Internationale Volleyball-Verband hat die WUBCs anerkannt und vergibt Punkte. Dadurch ist der Wert der Veranstaltung bei den Athletinnen und Athleten gestiegen. Hin zu den Finalspielen sieht man schon, dass sehr gute Teams dabei sind. Dass das Gefälle nach hinten groß ist, liegt in der Natur. Die Spitzenteams genügen hohen Ansprüchen und wir werden von ihnen später bestimmt noch mehr lesen.

Wie wichtig sehen Sie eine Veranstaltung wie diese im Hinblick auf die Förderung von Breiten- und Gesundheitssport?

Man sagt eigentlich immer, dass es den Spitzensport als Motivator braucht, um eben für den Breitensport vorbildlich zu sein. Ich habe gerade mitbekommen, dass heute einige Schulklassen hier waren. Ich denke, wenn sie die ganze Atmosphäre miterleben, wirkt das sehr motivierend. Ich bin persönlich überzeugt, dass der Spitzensport eine wichtige Rolle für die Förderung des Breiten- und Gesundheitssports einnimmt.

Abschließende Frage, Herr Eder. Hand aufs Herz. Wer ist stärker: Die Schweiz oder Deutschland?

Ich gehe davon aus, dass Deutschland alles daran gesetzt hat, die besten Studentinnen und Studenten bei der Heim-WM auf dem Platz zu haben. Ich würde es so sagen: Beim Fußball war die Schweiz noch etwas länger dabei, beim Beachvolleyball wird Deutschland die Nase vorn haben.

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